Informationen, Ideen und Materialien für den Unterricht

Hinweise für Lehrkräfte

Kompetenzbezüge

Filmbildung – Kompetenzorientiertes Konzept für die Schule – Herausgegeben von der Länderkonferenz MedienBildung und VISION KINO (2015)
KOMPETENZBEREICHTEILBEREICHKOMPETENZERWARTUNG
Filmproduktion und PräsentationPräsentation
  • Möglichkeiten der Veröffentlichung und Distribution (…) bewerten
Film in der MediengesellschaftFilm als Wirtschaftsfaktor
  • Verwertungsstufen und -formen eines Films exemplarisch beschreiben
  • Formen der Filmfinanzierung (...) kennen
  • wirtschaftliche Aspekte im Kontext von Konvergenz und Digitalisierung untersuchen
Bildung in der digitalen Welt - Kultusministerkonferenz (2016)
KOMPETENZBEREICHTEILBEREICHKOMPETENZERWARTUNG
Produzieren und PräsentierenRechtliche Vorgaben beachten
  • Bedeutung von Urheberrecht und geistigem Eigentum kennen
Analysieren und Reflektieren Medien in der digitalen Welt verstehen und reflektieren
  • Vorteile und Risiken von Geschäftsaktivitäten und Services im Internet analysieren und beurteilen
  • wirtschaftliche Bedeutung der digitalen Medien und digitaler Technologien kennen (…)

Die aufgeführten Kompetenzbezüge verweisen auf das von der Länderkonferenz MedienBildung (AK Filmbildung) und VISION KINO gemeinsam erarbeitete, mit den Bundesländern abgestimmte kompetenzorientierte Konzept fächerübergreifender „Filmbildung für die Schule“. Ergänzt werden die Bezüge um Hinweise auf Kompetenzerwartungen, die in der Handlungsstrategie „Bildung in der digitalen Welt“ der Kultusministerkonferenz (KMK) formuliert worden sind.

zum Seitenanfang

Arbeitsblatt 1 - Funktion und Aufbau eines Filmbudgets (15-20 Minuten)

Konzeption und methodisch-didaktische Hinweise

Auf dem ersten Arbeitsblatt wird eine vereinfachte Filmfinanzierung vorgestellt (deren Zahlen aber einem tatsächlich gedrehten deutschen Spielfilm entsprechen).

Lösungen:
Die drei größten Einzelposten sind mit 514.434,50 Euro der Regiestab (Regie, Assistenten*innen, Kamera, Ton usw.), mit 1.026.057,50 Euro die Darsteller*innen und mit 1.759.153,54 Euro Filmmaterial und Bearbeitung (Postproduktion). Die Kreativkosten betragen insgesamt 2.984.677,74 Euro.

Das sind 43,3 Prozent der gesamten Herstellungskosten in Höhe von 6.892.541,56 Euro.

Arbeitsblatt 2 - Wie viel kostet der Thriller FILMRISS 2.0 (15-20 Minuten)

Konzeption und methodisch-didaktische Hinweise

Die folgenden Arbeitsblätter entwickeln Problemstellungen am Beispiel der fiktiven Filmproduzentin Lena Rudenko, die ein (ebenfalls fiktives) Filmprojekt „FILMRISS 2.0“ ins Kino bringen will und dabei mit verschiedenen Schwierigkeiten zu kämpfen hat.

Lösungen:

Um die Tabelle auf Arbeitsblatt 2 auszufüllen, ist etwas kombinatorisches Geschick nötig. In der oberen Hälfte der Tabelle kann zunächst der Prozentwert in der rechten Spalte ermittelt werden (14 Prozent). Aus diesem Wert und dem entsprechenden Geldbetrag 700.000 lassen sich dann leicht die Summe und der noch fehlende Geldbetrag ermitteln. Da die Summe derjenigen im unteren Tabellenbereich entspricht, lassen sich dort die fehlenden Einträge leicht ergänzen. Die für die Prozentrechnung notwendigen Größen und ihre Zusammenhänge werden auf dem Arbeitsblatt unten erklärt.

Arbeitsblatt 3 - Lena Rudenkos Rechenkünste (20-30 Minuten)

Konzeption und methodisch-didaktische Hinweise

Mit Arbeitsblatt 3 erhalten die Schüler*innen die komplett ausgefüllte Tabelle aus Arbeitsblatt 2, die dann Grundlage einiger weiteren Aufgaben ist, in denen verschiedene Situationen in Rechenoperationen umgewandelt werden müssen:

Aufgabe 1): Die Hauptdarstellerin kann nach Lenas Regeln maximal 350.000 Euro fordern (sieben Prozent des Gesamtbudgets). Auch 18 Prozent der Künstlerkosten („above the line“) wären nur 342.000 Euro.

Aufgabe 2): 82.500 Euro entspricht 1,65 Prozent. Ein Drittel der Summe sind 27.500 Euro. Jede*r der 194 Statisten*innen würde 141,75 Euro erhalten.

Aufgabe 3): Die mathematische Herausforderung liegt darin, die Formulierung „zwölf Prozent weniger Zuschauer*innen“ richtig umzusetzen. Es wäre unzutreffend, 500.000 plus zwölf Prozent (also 60.000) zu rechnen, da die zwölf Prozent sich auf die frühere Zuschauerzahl beziehen. Die Formel lautet demnach:

X – 12 / 100 X = 500.000
Nach X aufgelöst:
X = 50.000.000 / 88
X = 568.182

Die Differenz beträgt also 68.182 Zuschauer*innen, die jeweils 8,45 Euro bezahlt hätten. Von diesen insgesamt 576.137,90 Euro wären je 3,63 Euro pro Ticket, also insgesamt 247.500,66 Euro mehr, an Jochen Starkes Filmverleih gegangen.

Aufgabe 4): Wenn die geforderten 650.000 Euro sieben Prozent des Gesamtbudgets betragen, dann würde sich dieses auf stattliche 9.285.714 Euro belaufen. Wären es 18 Prozent der Kreativkosten, würden diese 3.611.111 Euro betragen.

Aufgabe 5): Sieben Prozent von 7.700.000 Euro sind 539.000 Euro. Zu den geforderten 650.000 Euro fehlen noch 111.000 Euro. Die Hauptdarstellerin würde diese Summe (15 Prozent der Überschüsse) dann erhalten, wenn die Überschüsse 740.000 Euro betragen.

 

Hintergrundinformationen zur Diskussion

Top-Schauspieler*innen wie Kristen Stewart, Cameron Diaz oder Leonardo di Caprio bekommen zwar extrem hohe Gagen, können aber auch viele Zuschauer*innen in die Kinos locken und so mit dem mit ihnen verbundenen Image, an das die Menschen bestimmte Erwartungen haben, für hohe Einnahmen sorgen. Für die Vermarktung eines Films heißt das, dass oftmals das Marketing-Konzept ganz auf den*die Hauptdarsteller*in zugeschnitten ist. Möglicherweise werden dann andere interessante Aspekte eines Films nicht mehr angemessen wahrgenommen. Filme, die auf eine Top-Besetzung verzichten, sind dadurch nicht nur finanziell entlastet, es besteht auch die Chance, andere Aspekte wie die das Thema, die Story oder interessante Schauplätze in den Mittelpunkt zu stellen.

Arbeitsblatt 4 - Ein Schauspieler rechnet (10-15 Minuten)

Konzeption und methodisch-didaktische Hinweise

Arbeitsblatt 4 ist rechnerisch nicht sehr anspruchsvoll und soll Schüler*innen vor allem mit der Situation von Filmschaffenden konfrontieren: Sie leben in einem Zustand der Ungewissheit, müssen ihre Planungen oft revidieren und können von scheinbar ordentlichen Tagesgagen kaum leben, weil zwischen den Aufträgen lange Zeiten des Wartens liegen bzw. die Übernahme einer Rolle ja auch vorbereitet werden muss.

Wenn Ole seine zunächst geplanten Projekte annehmen würde, würde er 38.800 Euro einnehmen. Davon müsste er jedoch noch 4.500 Euro für Reisekosten und Unterkünfte ausgeben. Am Ende würden ihm 34.380 Euro bleiben. Dem stehen Einnahmen in Höhe von 39.600 Euro aus HERZ ODER KOPF? gegenüber. Neben der besseren Bezahlung bringt dieses Engagement möglicherweise einen höheren Bekanntheitsgrad mit sich. Auf der anderen Seite wird im Text schon angedeutet, dass die Arbeit für eine Vorabendserie weniger erfüllend sein dürfte und sicherlich eine Einschränkung in künstlerischer Hinsicht bedeuten kann. Neben der Aufmerksamkeit durch das Publikum könnten für einen jungen Schauspieler auch die künstlerische Qualität seiner Arbeit und der Aufbau verschiedener Tätigkeitsfelder und Kontakte Kriterien sein, wonach er eine Entscheidung zwischen den alternativen Szenarien trifft.