Informationen, Ideen und Materialien für den Unterricht

Hinweise für Lehrkräfte

Kompetenzbezüge

Filmbildung – Kompetenzorientiertes Konzept für die Schule – Herausgegeben von der Länderkonferenz MedienBildung und VISION KINO (2015)
KOMPETENZBEREICHTEILBEREICHKOMPETENZERWARTUNG
FilmnutzungGebrauch
  • filmbezogene Informationsangebote (z. B. Filmsites, Filmbildungsportale) für Information und Kommunikation nutzen (…)
Geschmack- und Urteilsbildung
  • Filme aus einem breiten Spektrum des künstlerisch anspruchsvollen bis populären Films kriteriengeleitet beurteilen
  • Filmgeschmack reflektieren und kommunizieren
  • Filmkritiken beurteilen, vergleichen, verfassen und publizieren
  • Filme, auch unabhängig von eigenen Vorlieben und Abneigungen, kriteriengeleitet beurteilen
  • Filmdokumente, Hintergrundinformationen, Archivmaterialien etc. für die Urteilsbildung nutzen
KOMPETENZBEREICHTEILBEREICHKOMPETENZERWARTUNG
Kommunizieren und KooperierenAn der Gesellschaft aktiv teilhaben
  • Medienerfahrungen weitergeben und in kommunikative Prozesse einbringen

Die aufgeführten Kompetenzbezüge verweisen auf das von der Länderkonferenz MedienBildung (AK Filmbildung) und VISION KINO gemeinsam erarbeitete, mit den Bundesländern abgestimmte kompetenzorientierte Konzept fächerübergreifender „Filmbildung für die Schule“. Ergänzt werden die Bezüge um Hinweise auf Kompetenzerwartungen, die in der Handlungsstrategie „Bildung in der digitalen Welt“ der Kultusministerkonferenz (KMK) formuliert worden sind.

Arbeitsblatt 1a/1b – Vom "140-Zeichen-Statement" zur Feuilleton-Filmkritik (45-60 Minuten)

Konzeption und methodisch-didaktische Hinweise:

Das Arbeitsblatt schafft unter Einbezug persönlicher Erfahrungen einen Zugang zur Auseinandersetzung mit Formen und Funktionen von Filmbesprechungen und -kritiken. Zum Einstieg sprechen die Schüler*innen über die Filme, die sie zuletzt (im Kino/zu Hause/etc.) gesehen haben und benennen, auf welchen Wegen und mit welchen Kommunikationsmitteln sie auf die Filme aufmerksam geworden sind oder sich für die Sichtung der Filme entschieden haben. Dabei werden erste Formen von Filmbesprechungen und Filmkritiken (Twitter-Kritik, Kommentare auf Social Media-Kanälen, Artikel und Kritiken in Zeitschriften, Feuilleton-Beilagen oder Online-Filmmagazinen, Informationen und Besprechungen in Kinoprogrammen, o.ä.) im Plenum gesammelt und unterschiedliche Medien und Medienformate (Webseiten, Online-Magazine, Zeitschriften, Zeitungen, etc.) benannt. Anschließend werfen die Schüler*innen mithilfe des Arbeitsblatts einen genaueren Blick auf ausgewählte Filmkritiken und erarbeiten verschiedene Funktionen von Filmbesprechungen (siehe unten).

Formen von Filmkritiken und -besprechungen

  • Twitter-Kritik (140 Zeichen)
  • Online-Kritik
  • Kommentar auf Social Media-Kanälen oder in Fan-Foren
  • mündliche Erläuterung/Empfehlung an Freunde oder Familie
  • Artikel und Kritiken auf Webseiten oder in Online-Magazinen
  • Zeitungskritik
  • Video-Filmkritik
  • etc.

Funktionen von Filmkritiken und -besprechungen

Filmkritiken...

  • informieren über Filme und beschreiben sie > Information und Beschreibung
  • bewerten Filme > Bewertung
  • wecken Interesse, einen Film zu sehen > Interesse wecken
  • helfen zu entscheiden, welchen Film man sich ansehen möchte > Entscheidungshilfe
  • analysieren und deuten Filme und machen sie für das Publikum zugänglich > Interpretation
  • vermitteln zwischen Produzent*innen/Filmschaffenden/Werk und Publikum/Rezipient*innen > Vermittlung
  • übersetzen audiovisuelle Darstellungen in eine sprachliche Form > Übersetzung

Differenzierung/Variante

Für fortgeschrittene Lerngruppen eignet sich das Arbeitsblatt 1b, in dem keine Vorgaben bezüglich der Funktionen von Filmkritiken gemacht werden.

Alternative/Ergänzung

Für den Fremdsprachenunterricht:Dieses Arbeitsblatt eignet sich auch für die Bearbeitung im Fremdsprachenunterricht. Schüler*innen recherchieren im zweiten Aufgabenteil nach fremdsprachigen Kritiken zu einem Film oder erhalten den Auftrag, originalsprachige Kritiken zu einer ausländisches Produktion zu suchen.

Arbeitsblatt 2 - Filmkritiken analysieren (45-60 Minuten)

Konzeption und methodisch-didaktische Hinweise:

Erweitert wird die Betrachtung der Formen und Funktionen von Filmbesprechungen und -kritiken mit einer Recherche- und Analyseaufgabe, in deren Kontext die Schüler*innen Kritiken zu einem Film ihrer Wahl sammeln und diese auf deren Inhalt hin analysieren. Es gibt keine allgemeingültigen Regeln, wie Filmkritiken zu schreiben sind. Allerdings tauchen in vielen Filmkritiken und -besprechungen ähnliche Elemente auf. Mithilfe des zweiten Arbeitsblatts erarbeiten sich die Schüler*innen in einer vergleichenden Betrachtung wesentliche Informations- und Strukturelemente einer Filmkritik. Jede*r Schüler*in wählt hierzu einen Film aus, zu dem er*sie fünf bis zehn Filmkritiken sammelt. Neben der Internetrecherche können hier auch Filmzeitschriften, Feuilleton-Beilagen, Tageszeitungen, Kinoprogramme, etc. zur Verfügung gestellt werden. Die Filmkritiken werden von den Lernenden auf Gemeinsamkeiten und auffällige Strukturelemente hin untersucht (z.B. Merkmale zum Film wie Titel, Regisseur*in, Produktionsjahr, Länge etc.), Inhaltsangabe, Informationen zu den Figuren und deren Konstellation, Grundthematik/ Grundproblematik, filmsprachliche Merkmale, persönliche Meinung/Bewertung der Verfasser*innen etc.). Zum Abschluss haben die Schüler*innen die Möglichkeit, die recherchierten Filmkritiken zu bewerten.

Arbeitsblatt 3 - Filmkritik schreiben (60-90 Minuten + Hausaufgabe)

Konzeption und methodisch-didaktische Hinweise:

Kern des Arbeitsblatts ist das Verfassen einer Filmkritik. Die Schüler*innen wählen hierzu einen Film aus, zu dem sie gerne eine Kritik verfassen möchten. Ihnen ist dabei freigestellt, ob sie über einen Film schreiben, der ihnen besonders gut oder eher nicht gefällt. Hilfreich ist es, wenn die Kritiken zu einem Film verfasst werden, dessen Sichtung noch nicht allzu lang in der Vergangenheit liegt. Zur Orientierung und Unterstützung verwenden die Schüler*innen die auf dem Arbeitsblatt abgebildeten Begriffe/Stichworte, die Ideen für Inhalte und einen möglichen Aufbau geben. Nachdem die Schüler*innen Notizen zum Film gesammelt, nach nötigen Informationen im Internet oder in Fachzeitschriften recherchiert haben und ihre Kritik vorstrukturiert haben, verfassen sie ihre Kritik. Grundsätzlich gilt, dass es keine allgemeingültigen Regeln zum Schreiben einer Filmkritik gibt und die Schüler*innen in Aufbau und Form ihre Kritik frei gestalten können. Verschiedene Strukturelemente tauchen jedoch in vielen Kritiken auf. Diese wurden im Kasten auf dem Arbeitsblatt 2 sowie im Abschnitt „Filmkritik im Unterricht – Merkblatt für Lehrer*innen“ (unten) zugsammengestellt.

Alternative/Ergänzung

  • Zur Vorbereitung: Als Vorbereitung können die Schüler*innen mithilfe des Arbeitsblatts „Steckbrief Lieblingsfilm“ medienspezifische Informationen sammeln und somit eine erweiterte Grundlage für eine Filmkritik erarbeiten.
  • Kritik zu einem Film, der gemeinsam gesichtet wird: Alternativ besteht die Möglichkeit, dass die Klasse gemeinsam einen Film sieht (im Kino oder in der Schule) und alle Schüler*innen aufgefordert werden, zu diesem Film eine Kritik zu verfassen.
  • Metaphern und originelle Beschreibungen einbinden: Ermuntern Sie Ihre Schüler*innen beim Schreiben einer Filmkritik Metaphern zu verwenden, die die Leser*innen in Staunen versetzen, eine Schlagzeile zu finden, die das eigene Urteil originell auf den Punkt bringt und sich dabei auch zu trauen, neue Wörter zu erfinden. Vielleicht gelingt es Ihren Schüler*innen damit, über einen spannenden Film ein mindestens genauso spannendes Loblied und über einen langweiligen Film eine unterhaltsame Kritik zu schreiben, die aufzeigt, wo die Schwächen des Films liegen.
  • Für besonders interessierte Lerngruppen: Besonders interessierte Lerngruppen haben die Möglichkeit, ihre Filmkritik sogar zur veröffentlichen. Medienportale wie spinxx.de laden hierzu ein.

Vorbereitungen zur Veröffentlichung einer Filmkritik auf spinxx.de:
Unter www.spinxx.de > Mitmachen > Gastbeiträge können die Schüler*innen in einfachen Schritten ihre eigene Filmkritik veröffentlichen. Sie geben hierbei an persönlichen Daten ihren Vor- und Zunamen, ihr Alter, ihren Ort und eine E-Mail-Adresse an. Aus den auf dem Steckbrief zusammengetragenen Informationen verfassen die Schüler*innen einen Text bestehend aus vier Teilen: Teasertext – Inhaltsangabe – Bewertung – Fazit. Abschließend geben sie ein Gesamturteil von 1 bis 10 ab.